Es lässt sich nicht leugnen, dass es auch heute noch zahlreiche Vorurteile gegenüber der Marihuana-Pflanze gibt. Es ist merkwürdig, dass eine Pflanze, die von der Menschheit seit Tausenden von Jahren zu medizinischen und Freizeitzwecken auf der ganzen Welt verwendet wird, heutzutage von so vielen unbegründeten Vorurteilen und Intoleranz begleitet wird.

Vorurteile beruhen immer auf Fehlinformationen, überholten Überzeugungen oder sozialer Stigmatisierung. Diese Vorstellungen können als falsch oder unbegründet angesehen werden, weil sie nicht durch wissenschaftliche oder empirische Beweise gestützt werden. Im Falle von Cannabis gab es jedoch vor dem 20. Jahrhundert keine Vorurteile, denn die Pflanze war wegen ihrer medizinischen Eigenschaften weithin anerkannt und wurde überall auf der Welt legal konsumiert und vermarktet. Irgendetwas muss also die Wahrnehmung von Cannabis in der Öffentlichkeit verändert haben.

Wann haben die Vorurteile begonnen?

Im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert konsumierten lateinamerikanische Einwanderer, insbesondere Mexikaner, Cannabis bereits zu Freizeitzwecken. Als sie die Grenze überquerten und in die Vereinigten Staaten zogen, brachten sie diese Gewohnheit mit. Die US-Regierung fand daraufhin fremdenfeindliche Gründe, um diese Menschen zu verurteilen, und startete eine Kampagne, die versuchte, Cannabis mit Einwanderern in Verbindung zu bringen.

Zuerst änderten sie den Namen, um ihn spanisch oder ausländisch klingen zu lassen. Da die Mexikaner es als Marihuana bezeichneten, hörte die US-Regierung auf, es Cannabis zu nennen und fing an, es auch Marihuana zu nennen, als ob es schon immer eine mexikanische Erfindung gewesen wäre.

Zweitens erklärten sie, dass es sich um eine Substanz handelte, die mit dem Teufel in Verbindung gebracht wurde und die Menschen gewalttätig machen und zu unvorstellbaren Taten verleiten konnte. Da die Vereinigten Staaten in den 1940er Jahren an der Spitze der Welt standen, folgten alle anderen Länder diesem Beispiel und verboten ebenfalls Marihuana.

Vorurteile heute

Die 1960er Jahre und die Assoziation von Cannabis mit Hippies haben der Sache nicht gut getan, und bis heute glauben viele Menschen negative Dinge über die Pflanze, die wahrscheinlich auf falschen Vorstellungen beruhen. Um etwas Licht in die Realität von Cannabis zu bringen, finden Sie hier eine Liste gängiger Theorien, die bisher entlarvt worden sind:

  1. Einstiegsdroge: Eines der häufigsten Vorurteile ist der Glaube, dass Marihuana eine Einstiegsdroge ist, die zum Konsum von härteren Substanzen führt. Es ist jedoch inzwischen bekannt, dass die große Mehrheit der Marihuanakonsumenten nicht zu anderen Drogen übergeht. Da Korrelation nicht gleichbedeutend mit Kausalität ist, gilt diese Theorie als diskreditiert.

  2. Sucht und Abhängigkeit: Ein weiteres Vorurteil ist, dass Marihuana stark süchtig macht. Es stimmt zwar, dass manche Menschen eine psychische Abhängigkeit von Cannabis entwickeln können, aber das Suchtpotenzial ist im Vergleich zu Substanzen wie Alkohol oder Opioiden relativ gering. Tatsächlich ist es eher mit anderen häufigeren psychischen Abhängigkeiten vergleichbar, wie z. B. Koffein, soziale Medien oder Online-Shopping. Es ist auch erwähnenswert, dass die meisten Menschen, die Marihuana konsumieren, keine Substanzkonsumstörung entwickeln.

  3. Negative Auswirkungen auf die GesundheitEs stimmt, dass das regelmäßige Rauchen von Marihuana einige langfristige Risiken für die Atemwege mit sich bringen kann, wie Bronchitis und Lungenreizung. Rauchen ist jedoch nicht die einzige Art der Verabreichung von Cannabis, und alternative Methoden des Konsums wie Verdampfer und Esswaren können diese Risiken abmildern. Außerdem sind die negativen gesundheitlichen Auswirkungen von Marihuana im Vergleich zu Substanzen wie Alkohol oder Tabak im Allgemeinen milder.

  4. Kognitive Beeinträchtigung: Lange Zeit wurde angenommen, dass der Konsum von Marihuana zu langfristigen kognitiven Beeinträchtigungen führt, insbesondere bei Gedächtnis und Intelligenz. Jüngste Erkenntnisse deuten jedoch darauf hin, dass mögliche kognitive Auswirkungen im Allgemeinen vorübergehend sind und nach Beendigung des Konsums nicht fortbestehen.

  5. Kriminelle Aktivitäten: Marihuana wurde lange Zeit mit kriminellen Aktivitäten in Verbindung gebracht, da es vielerorts illegal ist. Mit der Legalisierung und Entkriminalisierung von Marihuana in mehreren Ländern verliert dieser Zusammenhang jedoch an Bedeutung.

  6. Fehlende medizinische Leistungen: Obwohl der medizinische Nutzen von Cannabis wissenschaftlich gut belegt ist, sind sich viele Menschen dessen noch immer nicht bewusst oder zögern, zu glauben, dass eine Droge, die als illegal gilt und mit "Kriminellen" in Verbindung gebracht wird, so viele Krankheiten behandeln kann.

Kurzum, es war kein Zufall, dass Cannabis mit einem so großen Stigma versehen wurde. Es war Teil einer politischen Kampagne, die in der Folge falsche Vorstellungen in der Bevölkerung verbreitete. Glücklicherweise hat Marihuana heute mit der Entkriminalisierung breitere Bevölkerungsschichten erreicht, und die Vorurteile, die es umgeben, beginnen zu schwinden.

In Barcelona haben wir das Glück, eine entspannte Mentalität zu haben, wenn es um Cannabis geht, und wir haben Zugang zu legalem Cannabiskonsum in privaten Räumen. Die Tatsache, dass die Menschen Cannabis zu Hause oder in Weed-Clubs und Cannabis-Vereinigungen konsumieren können, hat dazu beigetragen, die Erfahrung und das Wissen an Menschen weiterzugeben, die sich sonst nie getraut hätten, Marihuana zu probieren.

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