Cannabinoide und Endocannabinoide - Der Schnitt

Mit der Entkriminalisierung des Cannabiskonsums in vielen Ländern der Welt, darunter auch Spanien, hat Cannabis in letzter Zeit an Popularität gewonnen. Hier in Barcelona haben wir eine blühende Cannabis-Kultur mit unseren Weed-Clubs und Cannabis-Vereinigungen, in denen die Menschen die hochwertigsten Marihuana-Produkte auf der Speisekarte finden können. Tatsächlich gilt das Marihuana in Barcelona als eines der besten der Welt, was dem günstigen Klima der Region für den Anbau der Pflanze zu verdanken ist.

Obwohl wir eifrige und sachkundige Konsumenten haben, wenn es um Sorten und Praktiken geht, gibt es immer noch wissenschaftliche Begriffe und chemische Prozesse, die auf molekularer Ebene ablaufen, die den meisten Menschen nicht bekannt sind. Vielleicht haben Sie das Wort Endocannabinoid schon einmal gehört, aber Sie wissen nicht genau, was es bedeutet. In diesem Artikel werden wir einen Blick darauf werfen, was sie sind und was die Unterschiede zwischen Cannabinoiden und Endocannabinoiden sind.

Endocannabinoid-System

Nicht viele Menschen wissen, dass wir in unserem Körper ein komplexes System von Rezeptoren, Enzymen und Signalmolekülen haben, das Endocannabinoid-System (ECS). Das ECS hilft bei der Regulierung verschiedener physiologischer Prozesse, wie Schmerz, Stimmung, Appetit und Immunfunktion, um nur einige zu nennen.

Was ist ein Endocannabinoid?

Endocannabinoide sind eine Art von Molekülen, die im menschlichen Körper natürlich vorkommen und Teil des Endocannabinoidsystems (ECS) sind. Endocannabinoide ähneln in ihrer Struktur anderen chemischen Stoffen, die in der Cannabispflanze vorkommen und Cannabinoide genannt werden, daher die Ähnlichkeit ihrer Namen.

Was sind Cannabinoide?

Der Begriff "Cannabinoid" wurde erstmals in den 1940er Jahren geprägt, als Wissenschaftler die psychoaktive Verbindung THC aus der Cannabispflanze isolierten und identifizierten. Seitdem wird der Begriff für eine vielfältige Gruppe chemischer Verbindungen verwendet, die mit dem Endocannabinoid-System des Körpers interagieren können, unabhängig davon, ob die Substanz aus der Marihuanapflanze stammt oder nicht. Dies liegt daran, dass Wissenschaftler im Laufe der Zeit entdeckt haben, dass Cannabinoide nicht nur in der Cannabispflanze, sondern auch in anderen Pflanzen und im menschlichen Körper vorkommen. Obwohl die meisten Cannabinoide in der Cannabispflanze vorkommen, wird der Begriff "Cannabinoid" jetzt im weiteren Sinne verwendet, um eine Klasse von Verbindungen zu bezeichnen, die mit dem Endocannabinoidsystem interagieren, unabhängig von ihrer Herkunft.

Cannabinoide, die in der Cannabispflanze vorkommen

In der Cannabispflanze wurden mehr als 100 Cannabinoide identifiziert, aber die bekanntesten sind THC und CBD. THC ist für den "High"-Effekt verantwortlich, der mit dem Konsum von Marihuana verbunden ist, während CBD ein Cannabinoid ist, das für seine entspannende und beruhigende Wirkung bekannt ist und für verschiedene medizinische Zwecke verwendet wird. Zu den anderen bekannten Cannabinoiden gehören Cannabigerol (CBG), Cannabichromen (CBC) und Cannabinol (CBN).

CBG ist bekannt für seine mögliche antibakterielle Wirkung und seine Fähigkeit, den Appetit anzuregen. CBC wurde wegen seiner möglichen entzündungshemmenden und schmerzstillenden Wirkung sowie seiner Fähigkeit, die Neurogenese (Bildung neuer Neuronen) zu fördern, untersucht. CBN ist ein leicht psychoaktives Cannabinoid, dem eine sedierende Wirkung zugeschrieben wird und das für den Schlaf nützlich sein könnte.

Die Forschung zu diesen Cannabinoiden befindet sich zwar noch im Anfangsstadium, aber alle zeigen vielversprechende potenzielle therapeutische Wirkungen. Viele Cannabisprodukte enthalten inzwischen neben THC und CBD auch diese anderen Cannabinoide, da die Verbraucher die potenziellen Vorteile des "ganzpflanzlichen" Ansatzes in der Cannabistherapie suchen.

Rezeptoren des Endocannabinoid-Systems

Unser Endocannabinoidsystem besteht hauptsächlich aus zwei Arten von Rezeptoren: CB1-Rezeptoren, die im Gehirn und im zentralen Nervensystem zu finden sind, und CB2-Rezeptoren, die im Immunsystem und in der Haut zu finden sind. Unser Körper produziert bei Bedarf Endocannabinoide, um das Gleichgewicht und die Homöostase im Körper aufrechtzuerhalten, und diese Chemikalien binden sich an CB1- und CB2-Rezeptoren. Wie bereits erwähnt, ähneln die in der Marihuanapflanze enthaltenen Cannabinoide denen, die in unserem Körper produziert werden, und können daher an die gleichen CB1- und CB2-Rezeptoren binden. Je nach Cannabinoid werden unterschiedliche Wirkungen in unserem Gehirn und Körper erzeugt. THC ist beispielsweise dafür bekannt, dass es eine euphorisierende Wirkung und einen Koordinationsverlust hervorruft, aber es verursacht auch zusätzliche Wirkungen und bietet einige gesundheitliche Vorteile, wie Schmerzlinderung, Entspannung, Angstregulierung, Erbrechen und Krampfanfälle.

Schlussfolgerung

Cannabinoide und Endocannabinoide sind Bezeichnungen für ähnliche chemische Verbindungen, mit dem Unterschied, dass letztere im menschlichen Körper produziert und gefunden werden. Beide Arten von Molekülen können an Rezeptoren in unserem Gehirn und/oder unserer Haut binden. Je nach Cannabinoid haben sie unterschiedliche Wirkungen und können unter anderem dazu beitragen, Schlaf, Stimmung, Angst oder Appetit zu regulieren, Übelkeit oder Gehirnzittern vorzubeugen oder Entzündungen zu verringern.

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